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  • 14.02.2018
  • von Solveig Schuster

Alte Hakeburg Kleinmachnow: Herrenhaus statt Hakeburg

von Solveig Schuster

Eingang zur Hakeburg. Foto: Sebastian Gabsch

Kleinmachnow bekommt das Grundstück auf dem die ehemalige Hakeburg steht zurück. Ein Neuaufbau kann sich dort niemand mehr vorstellen.

Kleinmachnow - Ein Ensemble aus alter Dorfkirche und neu gebautem Gemeindesaal, dahinter ein Schloss mit Museum, an der Straße die umgebaute Bäkemühle mit öffentlichem Park: Das sind die Pläne für den ursprünglichen Dorfkern am Zehlendorfer Damm in Kleinmachnow. Während das Duo aus alter und neuer Kirche bereits Realität geworden ist, legt die Gemeinde Kleinmachnow derzeit den Grundstein für die weitere Gestaltung des Gutshofareals. Mit dem neuen Eigentümer der Bäkemühle verhandelt sie über Flächen, die öffentlich zugänglich werden sollen. Zudem will sie sich das Grundstück, auf dem einst die Alte Hakeburg gestanden hat, sichern.

Burg im Zweiten Weltkrieg zerstört

Die Burg war im 16. Jahrhundert auf dem ehemaligen Gutshof der Familie von Hake errichtet, jedoch im Zweiten Weltkrieg vollends zerstört worden. Verblieben sind einige Fundament- und Mauerreste, die später freigelegt und eingefriedet worden sind. Bei Ausgrabungen für den danebenliegenden Kirchneubau wurden nunmehr weitere Baureste des Gutshofs, aber auch zahlreiche ältere Befunde wie mittelalterliche Pflaster und urgeschichtliche Siedlungsspuren entdeckt. Welche Schlussfolgerungen über die Besiedlung des wohl ältesten Teils von Kleinmachnow die einzelne Fundstücke zulassen, stellt Archäologe Torsten Dressler am Samstag um 17 Uhr im Gemeindezentrum im Jägerstieg der interessierten Öffentlichkeit vor.

Das Grundstück mit den Fundamenteresten der Hakeburg hatte Kleinmachnow im Jahr 2003 in das Vermögen der Kommunalen Wohnungsgesellschaft gewog eingebracht. Ziel war es, die Burg innerhalb von 15 Jahren wiederaufzubauen. Doch das Vorhaben ließ sich nicht realisieren. „Aufgrund der geringen Größe gab es keine wirtschaftliche Grundlage für eine Nutzung“, sagt Gemeindesprecherin Martina Bellack. Nach Ablauf der vereinbarten Frist soll das Grundstück nun zurück an die Gemeinde gehen.

Weiterhin Besichtigungen

Die Gewog hatte zwischenzeitlich mit dem Kleinmachnower Heimatverein einen Nutzungsvertrag für das Areal geschlossen. Seitdem bietet der Verein vor Ort Besichtigungen an. Daran ändere sich auch in Zukunft nichts. Zunächst ginge es darum, das Grundstück zu erhalten und zu sichern, so Bellack. An einen Wiederaufbau der Burg sei ohnehin kaum noch zu denken. Auch der Heimatverein, der sich seit seiner Gründung für die Burg einsetzte, hat seine Pläne von einst verworfen, erklärte dessen Vorsitzender Axel Mueller. Sie waren nicht tragfähig und auch baulich nicht durchsetzbar, sagte er. Anstelle der Burg könnte seiner Ansicht nach das frühklassizistische Herrenhaus, das 1803 neben der Burg errichtet, aber ebenfalls im Krieg zerstört worden ist, vor Ort neu erbaut werden. Langfristig stellt sich der Heimatverein darin das Kleinmachnower Museum vor, das zunächst aber ins Gemeindezentrum im Jägerstieg ziehen wird.

Bauantrag für Arztpraxis und eine Wohnung noch nicht entschieden

Neben dem Medusentor als Eingangsportal zum Gutshof waren lediglich die alte Dorfkirche und die Bäkemühle von dem einstigen Gutshof der Hakes erhalten geblieben. Die Mühle war im Jahr 2016 von der Stahnsdorfer Alpina AG an ein Stahnsdorfer Ärztepaar verkauft worden. Die Alpina hatte sie kurz vor der Wende übernommen und vor dem Abriss bewahrt. Lange Zeit war sie dann beliebtes Ausflugslokal und wurde an Gastronomen für den Restaurantbetrieb verpachtet, was sich jedoch immer weniger rentierte. Inzwischen hat die Gemeinde den Bebauungsplan geändert, um eine neue Nutzung der Mühle fernab von Schank- und Speisewirtschaft zu ermöglichen. Nach Plänen des neuen Eigentümers sollen nunmehr in dem denkmalgeschützten Bau eine Arztpraxis und eine Wohnung entstehen. Dem Landkreis liegt ein entsprechender Bauantrag vor, der aber noch nicht abschließend beschieden ist.

Derzeit verhandeln Eigentümer und Gemeinde um einzelne Flächen an der Bäkemühle. So soll die Fläche mit dem Wanderweg, der vom Zehlendorfer Damm entlang der Bäke bis zur Brücke und der Festwiese führt, gegen nicht benötigte Areale getauscht werden. Der Weg ist seit 2015 für die Öffentlichkeit gesperrt. Für die Gemeinde ergibt sich damit die Chance, die Brücke zu sanieren und die Parkanlage mit Naturlehrpfad und Festwiese wieder öffentlich nutzbar zu machen.

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