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Stahnsdorf

  • 30.01.2018
  • von Enrico Bellin

Bäkedamm fünf Monate lang gesperrt: 1,8 Millionen mehr für Sanierung der Potsdamer Allee

von Enrico Bellin

Marode Durchfahrt. Die Potsdamer Allee wurde seit Jahrzehnten nicht mehr grundlegend saniert. Ab Mai sollen die Vorarbeiten starten. Im Sommer beginnt die Grundsanierung. Foto: Andreas Klaer

Die Bauarbeiten in Stahnsdorf sollen im Mai beginnen. Dann wird der Bäkedamm wird fünf Monate voll gesperrt. Insgesamt steigen die Kosten für das Projekt deutlich an.

Stahnsdorf - Die Sanierung der Potsdamer Allee in Stahnsdorf wird etwa ein Drittel teurer als gedacht. Außerdem beginnt der Bau mindestens einen Monat später als geplant und für fünf Monate soll es eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrt geben. Statt der 2015 in einer groben Kostenschätzung ermittelten 3,4 Millionen Euro rechnet der Kreisstraßenbetrieb derzeit mit Kosten von 5,25 Millionen Euro. Das geht aus einer Vorlage für den Finanzausschuss am heutigen Dienstag hervor.

Neben den allgemein stark gestiegenen Baukosten der vergangenen Jahre werden verschiedene Gründe für den Preissprung angeführt: So haben Untersuchungen ergeben, dass durch den Rückbau des vierspurigen Straßenabschnittes auf zwei Fahrspuren allein 7000 Tonnen pechhaltigen Materials kostspielig entsorgt werden müssen. Zudem werde auch die Fahrbahnentwässerung aufwendig erneuert, es müssen wasserdichte Baugruben für aufzufangendes Regenwasser gebaut werden. Auch wird der begrünte Mittelstreifen, der im zurückzubauenden Straßenabschnitt zwischen dem Stahnsdorfer Ortseingang und dem Schleusenweg entstehen soll, so angelegt, dass Rettungsfahrzeuge ihn überfahren können. Auch vor Ausfahrten soll es Pflasterabschnitte in der Straßenmitte geben, damit Anwohner auch nach links auf die Potsdamer Allee fahren können. Auch das sorgt für zusätzliche Ausgaben.

Land Brandenburg übernimmt einen Großteil der Baukosten

Laut Vorlage gibt es neben den allgemein um bis zu 40 Prozent gestiegenen Kosten für Material und Baufirmen noch einen weiteren, lokalen Kostentreiber: den achtspurigen Ausbau der Autobahn 10 bei Michendorf, der eine große Menge des regional vorhandenen Baumaterials benötige und so vor Ort noch einmal für höhere Preise sorge.

Einen Großteil der Kosten wird der Vorlage zufolge jedoch das Land übernehmen: Insgesamt wird mit Zahlungen in Höhe von 4,4 Millionen Euro gerechnet. Der Fördermittelbescheid wird in den kommenden Wochen erwartet. Wie berichtet war die Straße bis vor wenigen Jahren eine Landesstraße. Erst mit der Freigabe der neuen L40 an Stahnsdorf und Teltow vorbei verlor sie ihre landesweite Bedeutung und wurde zur Kreisstraße heruntergestuft. Zwischen dem Land und dem Kreis folgten zähe Verhandlungen über die Sanierungskosten der maroden Straße, der Kreis hat dem Land zu geringe Investitionen in den vergangenen Jahren vorgeworfen.

Den ursprünglich für Ende März geplanten Baubeginn hat der Kreisstraßenbetrieb auf Mai verlegt, wie Leiter Jan Bergler den PNN bestätigte. „Derzeit läuft eine europaweite Ausschreibung“, so Bergler. Die sei nötig geworden, da die Straßenbauarbeiten gemeinsam mit dem Bau der Gehwege und Nebenanlagen durch die Gemeinde Stahnsdorf sowie der Erneuerung der Trink- und Schmutzwasseranlagen durch den Zweckverband Der Teltow ausgeschrieben sind.

Autofahrer erwartet fünf Monate Vollsperrung

Die Arbeiten sollen Bergler zufolge insgesamt bis Mitte 2020 dauern. Zunächst sollen bis zum Sommer Vorbereitungen für die Erneuerung der Wasseranlagen erfolgen. Dann werde bis Ende des Jahres der Bäkedamm – also der Teil der Ortsdurchfahrt zwischen der Wilhelm-Külz-Straße und dem Stahnsdorfer Hof – erneuert. „Dafür ist eine Vollsperrung für etwa fünf Monate notwendig“, so Bergler. Die Straße ist an dieser Stelle besonders schmal, sodass das Arbeiten unter fließendem Verkehr nicht möglich sei. Eine entsprechende Umleitung werde ausgewiesen, die Umfahrung ist beispielsweise über die Wilhelm-Külz-Straße möglich.

Anschließend soll mit dem Ausbau der Potsdamer Allee begonnen werden. Dabei soll der Durchgangsverkehr allerdings aufrechterhalten werden. Das ist möglich, da die Straße dort weitestgehend noch vierspurig ist und somit immer Ausweichflächen zur Verfügung stehen. Damit trotzdem etwas weniger Autos durch Stahnsdorf fahren, werde eine großräumige Umleitung über die neue Landesstraße 40 ausgeschildert.

Der Rückbau der Potsdamer Allee auf zwei Fahrspuren ist möglich, da das Verkehrsaufkommen nach der Eröffnung der Landesstraße 40 deutlich abgenommen hat. Bis dahin war die Straße durch Stahnsdorf die kürzeste Strecke zwischen Potsdam und dem Flughafen Schönefeld, nun steht dafür die autobahnähnlich ausgebaute Landstraße zur Verfügung.

Zwischen Potsdam und dem Ortseingang Stahnsdorf wurde die Straße bereits vor Jahren auf zwei Fahrspuren zurückgebaut. Auf dem frei gewordenen Platz wurde ein breiter Fuß- und Radweg angelegt. Auch in Stahnsdorf sollen Radfahrer und Fußgänger durch den Straßenumbau deutlich mehr Platz erhalten. Noch teilen sie sich dort schmale Bordsteine.

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