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Werder

  • 10.01.2018
  • von Enrico Bellin

Werder: Was vom Feste übrig bleibt

von Enrico Bellin

Foto: Tom Klement

Mehr als 30 Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr zum 700. Jubiläum von Werder. Die erfolgreichsten sollen sich nun dauerhaft etablieren.

Werder (Havel) - Das Filmorchester auf der Bismarckhöhe, ein dreitägiges Jazz-Festival im Scala Kulturpalast und ein Wirtschaftstag, der Schule und Unternehmer zusammenbringt: Einige Veranstaltungen aus dem vergangenen Jubiläumsjahr zu 700 Jahren Werder (Havel) sollen zu regelmäßigen Institutionen werden. Das gaben die Stadtverwaltung und die ehrenamtlichen Organisatoren aus dem Festkomitee am gestrigen Dienstag im Schützenhaus bekannt. „Wir hatten einen großen Zuspruch besonders bei kulturellen Veranstaltungen. Als Stadt mit 26 000 Einwohner war der Wunsch da, das vom Festjahr auch etwas übrig bleibt“, sagte der 1. Beigeordnete Christian Große (CDU).

Wie berichtet gab es in Werder im vergangenen Jahr gut 30 Veranstaltungen, die mit dem Jubiläum zu tun hatten. Insgesamt gab es dabei laut Stadt etwa 25 000 Besucher, knapp die Hälfte davon kam allein zum Festwochenende am 15. und 16. Juli, an dem auch der Umzug mit Motiven der Stadtgeschichte stattfand. 250 000 Euro habe die Stadt für das Jubiläumsprogramm ausgegeben, so Große. Er bedanke sich zudem beim ehrenamtlichen Festkomitee und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und betonte, dass die Feiern ohne eine Veranstaltungsagentur organisiert wurden. „Woanders kostet das mindestens einen fünfstelligen Betrag.“

Im Rahmen des Jubiläums war es erstmals gelungen, die Karnevalsvereine der Stadt zu einem gemeinsamen Rosenmontagsball auf der Bismarckhöhe zu überreden. Auch in diesem Jahr soll es am 12. Februar eine gemeinsame Sitzung der Clubs aus Werder, Glindow und Töplitz geben. Karten für 20 Euro gibt es bereits bei den Vereinen zu kaufen. Der Saal der Höhengaststätte soll auch zum zweiten Konzert des Babelsberger Filmorchesters gut gefüllt werden, das am 24. März unter dem Motto „Klassik im Film“ stattfinden soll.

„Mit dieser Resonanz hätten wir nie gerechnet"

Ein weiteres Highlight soll die Fortsetzung des Festivals „Werder klingt“ werden, dass der Jazz-Musiker Thomas Walter Maria im Scala Kulturpalast organisiert. Im vergangenen Jahr waren die Konzerte, die von der Stadt mit einem vierstelligen Betrag unterstützt wurden, fast alle ausverkauft, Stargast war Uschi Brüning. „Mit dieser Resonanz hätten wir nie gerechnet“, sagt Baldur Martin, der ehrenamtliche Leiter des Festkomitees. In diesem Jahr soll das Festival vom 9. bis zum 11. März stattfinden. Den Auftakt am Freitag macht wieder Thomas Walter Maria mit seiner Kapelle, begleitet wird er dabei vom Stargast Nathalie Kollo, der Tochter von Schlagersängerin Dorthe Kollo und dem Tenor René Kollo. Am Samstag treten das Ensemble Die Jazzpolizei und das dänische Alice Carreri Trio auf. Nach einem Kinderprogramm am Sonntagvormittag runden dann Roger Pabst & The Swinging Strangers das Festival ab. Ein Pass für alle Veranstaltungen von „Werder klingt“ kostet 60 Euro und ist beim Kino bereits zu erwerben. Weitere musikalische Highlights des Jahres in Werder werden die brandenburgischen Sommerkonzerte im Juli und das Adventskonzert der Kreismusikschule, beide werden im großen Saal der Bismarckhöhe erklingen. Dort soll es bereits im kommenden Monat auch noch mal eine Veranstaltung für die Organisatoren geben, mit der sich die Verwaltung bei allen Teilnehmern bedanken will. Wann eine der erfolgreichsten Veranstaltungen 2017 mit 2000 Besuchern, das Shanty-Chor-Festival in den Havelauen, zurück nach Werder kommt, ist jedoch offen. Die Veranstaltung tourt durch Brandenburg, in diesem Jahr wird sie in Wittenberge (Prignitz) stattfinden.

Während die Stadt mit den kulturellen Veranstaltungen im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht hat, haben die Wirtschaftstage, bei denen Schüler und Unternehmen zusammengebracht werden sollen, im Oktober nur gut 50 Schüler angelockt. Christian Große zufolge habe das auch am Termin in den Schulferien gelegen. „Derzeit sind wir gemeinsam mit der IHK und dem Landkreis dabei, das Konzept für die Wirtschaftstage zu überarbeiten“, so der Beigeordnete. In diesem Jahr soll es eine eintägige Veranstaltung im September geben, um die Schüler zu überzeugen, in der Region zu lernen und so langfristig Fachkräfte zu sichern. Die Unterstützung von Kulturveranstaltungen und Wirtschaftstag zahle die Stadt aus dem gut 100 000 Euro umfassenden Etat zur Vereinsförderung.

Auch die in Vorbereitung auf das Jubiläum begonnene Chronik Werders soll in diesem Jahr fortgesetzt werden. Wie Klaus-Peter Meißner, mit Baldur Martin und Klaus Froh Herausgeber der siebenbändigen Reihe, sagte, ist der sechste Band zur Geschichte von Dienstleistungen und Industrie der Stadt im Entwurf bereits fertig. Erscheinen soll er in diesem Jahr, einen Termin gibt es aber noch nicht. Die allgemeine Entwicklung der Stadt von der ersten Besiedlung bis heute ist in den ersten drei der seit 2013 erscheinenden Bänden abgebildet. Die anderen vier Teile befassen sich mit Spezialthemen wie Obstbau und ersten Großgewerken. Bisher wurden für die Bücher 77 000 Euro von Sponsoren eingeworben. Zudem kauft die Stadt Werder von jedem Band 200 Exemplare für die Schulen.

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