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  • 21.12.2017
  • von Martin Anton und Julia Frese

Landkreis warnt Jäger und Landwirte: Angst vor Afrikanischer Schweinepest

von Martin Anton und Julia Frese

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest hat Brandenburg und auch Potsdam-Mittelmark erreicht. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Nachdem die Zahl der Krankheitsfälle in Osteuropa in den vergangenen Monaten angestiegen ist, befürchten Experten, dass auch Schweinepopulationen in Deutschland sich in Zukunft mit der tödlichen Krankheit anstecken könnten.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark warnt Jäger und Landwirte vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Nachdem die Zahl der Krankheitsfälle in Osteuropa in den vergangenen Monaten angestiegen ist, befürchten Experten, dass auch Schweinepopulationen in Deutschland sich in Zukunft anstecken könnten. Die Afrikanische Schweinepest verläuft bei Haus- und Wildschweinen meist innerhalb weniger Tage tödlich.

Georg Hurttig, Fachbereichsleiter Veterinärwesen des Landkreises, rät Jägern, Schwarzwild konsequent zu bejagen, um die Population zu reduzieren. Jäger und Landwirte sollen außerdem auf mögliche Krankheitssymptome bei den Tieren achten, mit denen sie in Kontakt kommen. Charakteristisch seien Fieber, Blutungen in der Haut, den inneren Organen und Lymphknoten sowie Lähmungserscheinungen bei den Tieren.

Für den Landesjagdverband Brandenburg ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) ein „brandheißes Thema“, wie Verbandsgeschäftsführer Matthias Schannwell sagt. „Das wird erhebliche Auswirkungen auf die Jagd und die Tierhaltung haben“, sagte er gegenüber den PNN. Demnach betrachte man die Entwicklung in Osteuropa mit „großer Sorge“.

Schweinepest in Brandenburg: Nicht die Frage ob, sondern wann

Fachleute behaupten, es sei weniger eine Frage, ob die ASP nach Brandenburg komme, sondern eher wann. „Wir sitzen wie auf einem Pulverfass“, sagt Schannwell. In Polen und Tschechien häuften sich nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts zuletzt die Fälle infizierter Wildschweine. Der LJV empfiehlt seinen Mitgliedern, die Reisehinweise des brandenburgischen Ministeriums für Verbraucherschutz zu befolgen. Demnach sei bei Jagd- und anderen Reisen in die Region äußerste Vorsicht geboten. Auf keinen Fall solle man Lebensmittel wie Rohwürste von solchen Reisen mitbringen. Die Kleidung sollte bei Verlassen eines ASP-Gebietes gewechselt und desinfiziert werden, damit man die Seuche nicht nach Brandenburg einschleppt.

Die Afrikanische Schweinepest gilt als gefährlicher als die klassische Schweinepest. Zum einen gibt es gegen letztere einen Impfstoff. Zum anderen ist die ASP eine so genannte Habitatseuche, wie Jäger Schannwell erklärt. Das heißt, sie kann sich sehr lange in einem Bestand halten. Auch wenn ganze Rotten verenden kann sich die Krankheit sehr lange halten und wieder ausbrechen. Lettische Jäger berichten laut Schannwell von einem Zeitraum von mehreren Jahren.

„Jagen, jagen, jagen"

Infizierte Wildschweine bergen nach Angaben des LJV-Geschäftsführers das zusätzliche Risiko, dass sie herrenlos sind und hin und her wandern. „Deswegen haben wir Jäger eine besondere Verantwortung“, sagt er. Schannwells Lösung: „Jagen, jagen, jagen.“ Hier hätten die Jäger allerdings derzeit noch ein weiteres Problem. „Der Schwarzwildmarkt ist zusammengebrochen.“ Die Waidmänner bekämen die erlegten Wildschweine daher kaum los

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