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  • 11.11.2017
  • von Solveig Schuster

Freier Träger soll Kapazitäten schaffen: In Teltows Kitas wird es enger

von Solveig Schuster

Nach dem aktuellen Grundschulbedarfsplan benötigt die stark wachsende Stadt Teltow in den nächsten vier bis acht Jahren zwei neue Grundschulen.

Teltow - Wie berichtet sollen diese in der Bruno- H.-Bürgel-Schule und der Mühlendorf Oberschule entstehen. Neue Zahlen zeigen jedoch: Noch dringender als die Schulen wird in der Kommune eine zusätzliche Kita gebraucht. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Kommunalberatungsbüros Complan.

Der städtische Kita-Eigenbetrieb „MenschensKinder“ hatte diese bei dem Potsdamer Unternehmen in Auftrag gegeben, um belastbare Prognosewerte zu erhalten. Wie die Kommunalberater nunmehr berechneten, würden bis 2020 rund 160 Plätze, bis 2030 sogar rund 230 Plätze für Kinder zwischen null und sechs Jahren fehlen. Das Unternehmen rät dazu, im näheren Umfeld neugeplanter Wohngebiete zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Trägervielfalt fördern

Nach einer derzeit in den Gremien der Stadt Teltow zu beratenden Vorlage plant die Kommune, kurzfristig eine neue Kita zu bauen. Wo und in welcher Größe, ist aber noch völlig offen. Den Bau und Betrieb soll zudem ein freier Träger übernehmen. Ziel sei es, die Trägervielfalt in Teltow zu fördern, heißt es in der vom Kita-Eigenbetrieb und dem Bürgermeister vorgelegten Beschlussvorlage.

Grund für den steigenden Platzbedarf ist der anhaltende Zuzug. Wie berichtet gehen Bevölkerungsprognosen von einem weiteren Wachstum der 26.000-Einwohner-Stadt bis 2030 um mindestens 4000 bis 5000 Menschen aus. Nach Angaben der Kommunalberater hänge diese neben der Geburtenentwicklung eng mit der städtischen Flächenpolitik und der Ausweisung neuer Wohnbaugebiete zusammen.

So werden nach aktuellen Planungen südlich der Reseda- und an der Ruhlsdorfer Straße bis zu 400 Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen, weitere 250 sind im Bereich der Südspange und des Mühlendorfs geplant, noch einmal 300 Wohneinheiten könnten westlich der Altstadt zwischen Potsdamer Straße und Striewitzweg gebaut werden.

2300 Einwohner zu erwarten

Zusammengenommen macht das etwa 2300 Einwohner, die allein in den genannten Gebieten zu erwarten wären. Nach der Statistik würden darunter etwa rund 160 Kinder zwischen null und sechs Jahren sein, die rein theoretisch zusätzlich in den Einrichtungen zu betreuen wären. Hinzu kämen weitere Zuwächse, wenn die Stadt alle ihre Wohnbaupotenziale ausschöpft, die sich etwa durch Lückenbauten und der Entwicklung von Einzelgrundstücken noch ergäben.

Eng ist es in den 17 Kitas, von denen sich elf in kommunaler Hand und sechs in freier Trägerschaft befinden, aber heute schon. Für einige Einrichtungen gibt es Ausnahmegenehmigungen, etwa für die „Teltower Rübchen“ und die „Pusteblume“. Dort wird schon jetzt von der festgelegten Quadratmeterzahl pro Kind abgewichen. Bereits heute bestehe kein Spielraum mehr, weitere Kinder zu betreuen, heißt es in der vorgelegten Analyse. Bei einer angestrebten Betreuungsquote von 70 Prozent im Krippen- und 100 Prozent im Kindergarten-Bereich liege der mittelfristige Bedarf bei 1400 bis 1500 Plätzen. Aktuell liege die Kapazität ohne Ausnahmegenehmigungen bei 1373 Plätzen.

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