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Teltow

  • 13.10.2017
  • von Solveig Schuster

Viele Kinder, wenige Schulplätze: Zwei neue Grundschulen für Teltow

von Solveig Schuster

Viele Kinder, wenig Schulen: Teltow braucht dringend mehr Plätze für Grundschulkinder. Foto: Peter Steffen/dpa

Neuer Schulbedarfsplan belegt Engpass ab 2021 durch Zuzug und hohe Geburtenzahl. Die Bürgel-Schule und die Oberschule im Mühlendorf sollen umgewidmet werden.

Teltow - In Teltow werden die Schulplätze knapp. Spätestens in vier bis acht Jahren werden in der Stadt zwei neue Grundschulen gebraucht. Das belegt der Grundschulbedarfsplan, den das Potsdamer Kommunalberatungsbüro complan im Auftrag der Stadt erstellte und der derzeit in den Teltower Gremien beraten wird. Neu bauen müsste Teltow die Schulen aber nicht. Nach derzeitigen Plänen könnten sie in zwei bereits bestehenden Bauten entstehen – in der Bruno-H.-Bürgel-Schule in der Potsdamer Straße und in der Oberschule im Mühlendorf.

Pro Jahr kommen in Teltow derzeit durchschnittlich rund 200 Kinder zur Welt, seit Jahren eine stabile Größe. Auch in Zukunft wird sich daran voraussichtlich nur wenig ändern, denn auch die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter in Teltow steigt. Die drei bestehenden Grundschulen stoßen jedoch schon heute an ihre Kapazitätsgrenzen.

60 Kinder kommen pro Schuljahr allein durch Zuzüge nach Teltow 

Gerade die Zahl der Sechs- bis Zwölf-Jährigen sei überdurchschnittlich angestiegen, von 2012 bis zum vergangenen Jahr um 18,5 Prozent. Das liege den Kommunalberatern zufolge vor allem auch an den Zuzügen. Zu den in Teltow geborenen Kindern kämen so noch einmal jährlich um die 60 Schüler hinzu. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die Stadt im Speckgürtel weiter wachsen wird, bis zum Jahr 2030 von derzeit 26 000 Einwohnern auf mehr als 30 000, vielleicht sogar noch mehr. Wie complan in dem für die Stadt erstellten Bedarfsplan berechnete, werde die Gesamtschülerzahl an den Grundschulen von heute 1148 in etwa zehn Jahren um 40 bis 65 Prozent auf dann etwa 1600 bis 1900 Grundschüler angestiegen sein.

Bereits in den kommenden Jahren wird es in den Schulen eng, meinen die Kommunalberater. Sie empfehlen, die drei bisherigen Standorte beizubehalten, aber die Verteilung der Schüler entsprechend anzupassen. Der größte Zuwachs werde westlich der Altstadt, östlich der Ruhlsdorfer Straße und im Norden Ruhlsdorfs erwartet. Gegebenenfalls solle geprüft werden, inwieweit die vorhandenen Schulen baulich erweitert werden könnten. Spätestens zum Schuljahr 2021/22 benötige Teltow aber eine zusätzliche Schule mit zwei Zügen, eine weitere ab dem Schuljahr 2025/26.

„Ein Pfund für Teltow“: Benötigte Räume sollen in der Potsdamer Straße und in Mühlendorf geschaffen werden

In der Bruno-H.-Bürgel-Schule an der Potsdamer Straße und in der Oberschule im Mühlendorf sollen die benötigten Unterrichtsräume geschaffen werden. Die beiden Häuser seien „ein Pfund für Teltow“, sagt der Fachbereichsleiter für Bildung und Soziales der Stadt Teltow, Michael Belkner.

Die Bruno-H.-Bürgel-Schule wird derzeit vom Evangelischen Diakonissenhaus als Berufsfachschule genutzt, jedoch nur noch bis zum Ende des Schuljahres. Derzeit baut der evangelische Träger auf eigenem Gelände an der Lichterfelder Allee eine neue Fachschule. Am Dienstag wird dort offiziell der Grundstein gelegt. In das im nächsten Jahr frei werdende Gebäude können die Grundschüler jedoch noch nicht sofort einziehen. Zwar biete das bereits in den 1990er-Jahren als Grundschule genutzte Haus „sehr gute Möglichkeiten für einen Schulbetrieb im Primarbereich“, so Belkner. Dennoch müsse das Schulhaus modernisiert und teilweise umgebaut werden. Die Unterrichtspläne stellen heute neue Anforderungen an die Schulen, erklärt der Fachbereichsleiter. So sollen einige der vergleichsweise großen Räume für den Teilungs- und Förderunterricht neu zugeschnitten werden. Dennoch soll die Schule bereits zum Schuljahr 2020/21 öffnen, ein Jahr bevor die Situation dem Bedarfsplan zufolge akut wird. In ihrer nächsten Sitzung werden die Stadtverordneten dies voraussichtlich beschließen.

Neben Räumen für den Unterricht brauchen künftige Grundschulen auch Horträume

Wie berichtet sollte die Bürgel-Schule ursprünglich nach dem Auszug der Berufsschüler des Diakonissenhauses für rund 7,5 Millionen Euro für die Mühlendorf-Oberschüler umgebaut werden, um dort wiederum Platz für eine Grundschule zu schaffen. An dieser hält die Stadt auch weiter fest, nur werde sie etwas später als zunächst geplant eröffnen. Nach derzeitigem Stand könnte sie zum Schuljahr 2023/24 an den Start gehen. Zunächst wird der Landkreis Potsdam-Mittelmark dort seinen Interimsstandort für die ebenfalls dringend benötigte Gesamtschule einrichten, bis der vom Kreis geplante Neubau an der Mahlower Straße bezugsfertig ist. Die Oberschule wird abgewickelt und in der Gesamtschule aufgehen (PNN berichteten).

Neben den Unterrichtsräumen werden die künftigen Grundschulen zusätzliche Horträume benötigen. Michael Belkner sieht darin aber keine Probleme. An der Bürgel-Schule seien noch Flächen für einen Erweiterungsbau frei, ähnlich stelle sich die Situation im Mühlendorf dar. Auch dort gäbe es eine Erweiterungsfläche, die auch der Landkreis für die Gesamtschule nutzen werde. Da die Oberschule aktuell dreizügig ist, die Gesamtschule aber vierzügig starten soll, fehlten an der Schule Raumkapazitäten für einen Zug. Diese werden voraussichtlich über temporäre zusätzliche Module auf der Freifläche hinter dem Schulhaus geschaffen. Dort könnte dem Fachbereichsleiter zufolge später auch ein Hort entstehen.

Hintergrund:  Kreistag beschließt Bau neuer Gesamtschule

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am gestrigen Donnerstag einstimmig die Errichtung einer neuen Gesamtschule in Teltow beschlossen. Die fünfzügige Schule mit gymnasialer Oberstufe soll wie berichtet am Standort Mahlower Straße/Konrad-Blenkle- Straße entstehen. Sie soll zum Schuljahr 2018/19 eröffnet werden. „Ich bin sicher, dass das zuständige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport die erforderliche Genehmigung zügig erteilen wird“, sagte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) im Anschluss an die Sitzung. Auch die Leiterin des Staatlichen Schulamtes Brandenburg/Havel, Kerstin Niendorf, ist zuversichtlich: „Die Vorbereitungen liegen gut im Zeitplan. Wir werden die Eltern künftiger Schülerinnen und Schüler am 23. November zu einer Informationsveranstaltung einladen.“ Die Schule soll bis zur Fertigstellung eines Neubaus die Räume der Teltower Mühlendorf-Oberschule nutzen. Über den Neubau sollen Anwohner Anfang kommenden Jahres informiert werden.

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