17.12.2017, 2°C
  • 10.10.2017
  • von S. Schuster

Keine ausreichende Unterstützung

von S. Schuster

Steckt auf: Kleinmachnows Beauftragter für E-Mobilität, Julian Affeldt. Foto: A. Klaer

Kleinmachnows Beauftragter für Elektromobilität Julian Affeldt legt Amt nieder

Kleinmachnow - Vor einem Jahr hat Julian Affeldt das Ehrenamt als offizieller Ansprechpartner in der Gemeinde Kleinmachnow für das Thema Elektromobilität übernommen, gestern hat er es offiziell niedergelegt. Schon über die vergangenen Wochen hatte sich Frust angestaut, jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem es für den 48-jährigen nicht mehr weitergeht. Die Unterstützung der Gemeinde habe gefehlt, erklärte Julian Affeldt den PNN. „Um dieses Amt adäquat ausführen zu können, ist ein rascher Informationsaustausch nötig“, sagte er. „Leider muss ich zur Kenntnis nehmen, dass dies nicht funktioniert.“ Zahlreiche Anfragen seien nicht oder zu spät beantwortet worden. „Ich bedauere diesen Schritt sehr, da ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass eine so moderne Gemeinde wie Kleinmachnow als Modellgemeinde für die Energie- und Verkehrswende große Ausstrahlungskraft haben könnte“, sagte er. Wenn auch nicht mehr offiziell von der Gemeinde beauftragt, so werde er sich in der Kleinmachnower Agenda-Gruppe für Energie und Klimaschutz weiter für seine Ziele engagieren, sagte er.

Seit 2008 begeisterter Fahrer von Elektrofahrzeugen hat sich Julian Affeldt seitdem für die verbesserte Ausstattung in der Gemeinde eingesetzt. Der von den Gemeindevertretern längst gefasste Beschluss, in weitere Ladestationen für Elektroautos zu investieren, wurde bisher jedoch noch nicht umgesetzt, ebenso wie eine Fotovoltaikanlage auf der Turnhalle der Eigenherd-Schule, beklagt Affeldt. „Wenn ich den Energie- und Klimaschutz als wichtige Aufgabe erkenne, muss ich dahingehende Aktivitäten auch unterstützen“, meint er. Erst vor zwei Wochen hatte die Gemeinde Kleinmachnow ihren Fuhrpark um ein umweltfreundliches Auto verstärkt. Ende September nahm der Außendienst des Ordnungsamtes sein vollelektrisch betriebenes Auto in Besitz, mit dem die Mitarbeiter künftig auf Kontrollfahrt gehen. Das knapp 32 000 Euro teure Auto hatte den bisher genutzten sieben Jahre alten gasbetriebenen Citroen ersetzt. Die Übergabe des Autos erfolgte Affeldt zufolge aber relativ laut- und klanglos. Er selbst war nicht geladen. „Wir nutzen die Möglichkeiten nicht aus, um anderen Menschen zu begeistern“, erklärte Affeldt. Das Thema Umwelt- und Klimaschutz werde behandelt wie ein ungeliebtes Kind, dabei sei das Bedürfnis nach Informationen zu dem Thema hoch. „In der Zeit als Ansprechpartner für Elektromobilität haben mich zahlreiche Anfragen erreicht“, sagte der Physik- und Mathematik-Lehrer. Viele hätten auch zu einer Anschaffung eines E-Autos geführt. Als eine der ersten drückte gestern Mittelmarks Klimaschutzbeauftragte Barbara Ral ihr Bedauern über den Rücktritt Affeldts aus. Die Gemeinde Kleinmachnow hatte gestern noch nicht reagiert.S. Schuster

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!