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  • 28.08.2017
  • von Klaus Peters

Streit um Bonny aus Ferch: Dackeldame Bonny ist jetzt auf Diät

von Klaus Peters

Bring back my Bonny. Seit einem Jahr ist der Hund zurück in Ferch. Foto: B. Settnik/dpa

Vor einem Jahr endete der Streit um die Hündin Bonny. Weil sie in Bayern zu dick geworden ist, wurde sie jetzt auf Diät gesetzt.

Schwielowsee - Jutta Kühl hat das Datum von Bonnys Rückkehr noch genau im Kopf: „Am 28. August 2016!“, sagte sie, während sie die Dackeldame im Arm hält. Der heute sechs Jahre alte Rauhaardackel mit dem illustren Namen Bonny von Beelitz war vor mehr als fünf Jahren im Alter von neun Monaten ihren Besitzern in Ferch weggelaufen und wurde von einem Touristenpaar aus Bayern aufgelesen. Vier Jahre lebte sie als Lulu in München, bis ihre wahre Herkunft durch Zufall aufflog. Doch erst nach einem erbitterten Rechtsstreit kehrte sie vor einem Jahr zu ihrem Frauchen zurück.

„Jetzt hat sie wieder ein top Figur!“, freut sich Jutta Kühl. Bonny sei ein bisschen dick geworden, befand ihr Frauchen damals – und setzte den Dackel auf Diät. Gleichzeitig startete Bonny eine Ausbildung zum Jagdhund, denn Kühls Ehemann Manfred ist passionierter Jäger. Doch Bonny habe lange gebraucht, um sich nach dem Stadtleben wieder an die Natur zu gewöhnen, klagt Kühl. „Sie lief lange nur stur schnurgerade auf den Waldwegen“, erzählt sie. „Erst nach einem halben Jahr hat sie begonnen, auch mal links und rechts in den Wald hinein zu spüren.“ Das Training werde nun fortgeführt, auch wenn Bonny für eine offizielle Prüfung inzwischen mit sechs Jahren vielleicht schon zu alt sei. „Aber sie kann ja auch so unterstützen.“ Kommende Woche gehe Bonny allerdings erstmal in Urlaub. „Wir fahren an ihren Lieblingsort – an die Ostsee!“, sagt Kühl.

Lulu hieß eigentlich Bonny

Lulus wahre Identität als Bonny von Beelitz war nach Jahren bekannt geworden, nachdem die Münchner einen zweiten Hund anschaffen wollten und beim Züchter neue Papiere beantragten. Kühl forderte den Dackel sofort zurück – doch die Münchner wollten sich von ihrer Lulu nicht mehr trennen.

Der Rechtsstreit endete vor dem Potsdamer Landgericht, das im August 2016 entschied, dass aus dem bayerischen Teckel wieder ein preußischer Dackel werden müsse. Denn: Für Fundsachen gilt Paragraf 985 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. „Der Eigentümer kann von dem Besitzer die Herausgabe der Sache verlangen.“ So kam es vor einem Jahr zur Übergabe in München. Für das Münchner Frauchen von Lulu war es ein schwerer Gang: „Es war wie ein Sorgerechtsstreit“, sagte sie damals. „Nur, dass der Hund nichts sagen konnte.“ (dpa)

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