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Werder

  • 23.05.2017
  • von Enrico Bellin

Werder (Havel): Acht Interessenten für die Blütentherme

von Enrico Bellin

Einem Gutachten zufolge müssen noch bis zu zwölf Millionen Euro in die Blütentherme in Werder (Havel) investiert werden. Foto: S. Gabsch

Wer will die Blütentherme in Werder fertigstellen und betreiben? Acht Interessenten sind in der engeren Auswahl. Bis Jahresende soll ein neuer Partner feststehen.

Werder (Havel) - Acht Unternehmen haben Interesse daran, die Blütentherme in Werder fertigzustellen und zu betreiben. Das erklärte die Stadtverwaltung am Montag auf Nachfrage. Wie berichtet war am Freitagmittag die Frist abgelaufen, in der sich Interessenten für die Badbaustelle in den Havelauen melden konnten.

Die Unternehmen bekommen nun Antragsformulare zur Teilnahme zugeschickt, zusammen mit weiteren Unterlagen zur Therme und den vertraglichen Vorstellungen der Stadt, sagte Stadtsprecher Henry Klix. Anschließend haben sie 30 Tage lang Zeit, die Unterlagen zu sichten und ihr Interesse ein letztes Mal förmlich zu bestätigen.

Bis zum Jahresende will Werder einen Partner für Blütentherme gefunden haben

Nach dieser Frist will die Stadt den geeignetsten Bewerber auswählen. Die Kriterien für die Auswahl sollen vorher bekannt gegeben werden. Anschließend beginnt das eigentliche Verhandlungsverfahren, in dem die Bieter der Stadt ihre konkreten Angebote erörtern können. Ziel der Stadt ist es, zum Jahreswechsel einen privaten Partner für die Blütentherme gefunden zu haben. „Gesucht wird nach einem Partner, der das Projekt betriebswirtschaftlich optimiert und nachhaltig überplant und fertigstellt sowie langfristig wirtschaftlich tragfähig betreibt und instand hält“, so der Stadtsprecher.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es ein Interessenbekundungsverfahren gegeben, die Stadtverwaltung hatte jedoch mit der Bietersuche noch einmal neu begonnen. Damals hatten sich ebenfalls acht Interessenten gemeldet – ob es die gleichen sind wie im jetzigen Verfahren, wollte die Stadt nicht kommentieren. Die Mitglieder des Badausschusses wurden in einer Sitzung am vergangenen Dienstag in nicht öffentlicher Sitzung über die Details des Verfahrens informiert.

Seit mehr als zwei Jahren wird an der Therme nicht mehr gebaut

Das Vergabeverfahren ist das Ergebnis eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 9. März. Mit 17 zu neun Stimmen wurde der Antrag der CDU für ein Verfahren für die Vollendung und den Betrieb der Therme angenommen. Seit mehr als zwei Jahren wird an dem 2011 begonnenen Thermenbau nicht mehr gearbeitet. In einem langwierigen Verfahren hatte sich die Stadt nach Problemen von der Kristall Bäder AG, dem ersten privaten Partner, getrennt. Rund 21 Millionen Euro hat die Stadt schon für die halbfertige Therme und deren Umfeld ausgegeben.

Einem Gutachten zufolge müssen noch bis zu zwölf Millionen Euro investiert werden, um das Bad mit einem 25-Meter-Sportbecken, einem Thermalbecken und einer großen Saunalandschaft fertigzustellen. Sollte der künftige Interessent jedoch eine andere Ausrichtung des Bades bevorzugen und gegenüber der Stadt deren Wirtschaftlichkeit darlegen, könnten noch deutlich mehr Investitionen für eventuelle Anbauten nötig werden. Flächen im Umfeld der Therme sind dafür vorhanden.

Mit einer Eröffnung 2018 ist nicht mehr zu rechnen

Zu einem Eröffnungstermin will sich die Stadt weiterhin nicht offiziell äußern. Die Fertigstellung der Therme würde ohne eventuelle Erweiterungen allein mindestens zehn Monate dauern. Wenn sich die Stadt für einen Partner entschieden hat, muss dieser die Baumaßnahmen zudem erst noch ausschreiben und die Firmen beauftragen. Mit einer Eröffnung im kommenden Jahr ist deshalb nicht mehr zu rechnen.

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