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Werder

  • 15.04.2017
  • von Enrico Bellin

Werder (Havel): Baumblüte wird doppelt abgeschirmt

von Enrico Bellin

Sicheres Familienfest. Trotz des neuen Barriererings um die Festmeile soll der Familienfestcharakter der Baumblüte erhalten bleiben. Dem am 29. April beginnenden Fest kommt das derzeit kühle Wetter zugute: An Apfel- und Kirschbäumen sollen sich die Blüten noch einige Wochen halten. Foto: Björn Stelley

In Werder wird es erstmals rammsichere Absperrungen geben. Rekordbeteiligung beim Festumzug

Werder (Havel) - In Werder soll es zum Baumblütenfest in diesem Jahr erstmals zwei Sicherheitszonen geben. Wie Polizeidirektor Karsten Schiewe bei der Pressekonferenz zum Fest am Donnerstag mitteilte, wird die Stadt an den Wochenenden des vom 29. April bis zum 7. Mai dauernden Festes sowie am 1. Mai in einen Innen- und einen Außenring unterteilt. „Wir haben beim Konzept über den Tellerrand geschaut und es der Sicherheitslage angepasst“, so Schiewe.

Der Innenring, der etwa kreisförmig um die Inselbrücke herum liegt, wird aus Gründen der Terrorabwehr mit einer Mischung aus Betonpfeilern und schweren Fahrzeugen abgesperrt, die auch schnell fahrenden Lastwagen standhalten sollen. Damit reagieren Stadt und Polizei auf die Anschläge unter anderem in Stockholm und Berlin, wo Attentäter in Menschenmengen gefahren sind. Die Sperren werden am Gutshof, an der noch befahrbaren Kölner Straße sowie an den Einmündungen des Elsebruchweges auf die Kemnitzer Straße und der Damaschke-Straße auf die Eisenbahnstraße stehen. Für Rettungskräfte und Busse sollen die schweren Fahrzeuge zur Seite gefahren werden können. Zudem sollen die Sperren ständig von Polizisten bewacht werden.

Der Innenring soll ab 12 Uhr, auf der Insel schon ab 10 Uhr gesperrt werden. Bewohnern, die an den betroffenen Tagen beruflich auf ihr Auto angewiesen sind, soll gegen Vorlage einer Bescheinigung des Arbeitgebers ein Parkplatz außerhalb des Rings angeboten werden. Dienstags bis freitags soll die Zone generell befahrbar sein. Wegen Marktständen und möglichen Besuchermassen wird der Verkehr jedoch nur langsam rollen können.

Zusätzlich zu den Sperren soll es einen Außenring geben, der den bisherigen Absperrungen ähnelt und an den Wochenenden und dem 1. Mai grundsätzlich nur für Anlieger befahrbar ist. Betroffen sind die komplette Potsdamer Straße, die Eisenbahn- und Damaschke-Straße hinter dem Bahnhof und die Kesselgrundstraße ab Margaretenstraße. Die Werderaner werden zusätzlich per Post über die Sperrungen informiert.

Trotz der neuen Sicherheitsmaßnahmen betonten alle Beteiligten, dass das Fest seinen Familiencharakter behalten soll. Die Polizei, die an den Wochenenden mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz ist, soll sich über das ganze Festgelände verteilen und so stets für die Besucher ansprechbar, aber nicht dominant sein. „Es soll kein Meer aus Blau oder Schwarz geben“, so Karsten Schiewe.

Auch die Besuchermassen sollen sich gut über das Fest verteilen. Dem Veranstalter Rainer Wohlthat zufolge nutzen 70 bis 80 Prozent der am Bahnhof ankommenden Gäste den Weg über die Friedrichshöhe und den Hohen Weg, der erstmals über die gesamte Festwoche zur Einbahnstraße wird, bis zur Innenstadt. „Wer es dann noch auf die Insel schafft, hat es sich verdient“, so Wohlthat.

Auf dem dortigen Marktplatz wird die Baumblüte am 29. April etwa zwischen 14 Uhr und 14.30 Uhr nach dem Festumzug offiziell eröffnet. Der Umzug erreicht in diesem Jahr mit 753 Metern Länge und mehr als 1600 Teilnehmern, etwa von Schulen, Kitas und Vereinen, eine neue Rekordlänge. Unterwegs können sich die Festbesucher Wohlthat zufolge in diesem Jahr an 250 Ständen mit Obstwein versorgen, insgesamt gebe es sogar 500 Händler auf dem Fest. Genau 85 von ihnen sollen der Region stammen.

54 Bands und Discjockeys sollen auf den sieben Bühnen im Stadtgebiet auftreten. Stargast ist am 4. Mai Peter Schilling, der mit Liedern wie „Major Tom“ und „Terra Titanic“ berühmt wurde.

Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) warb am Donnerstag noch einmal ausdrücklich dafür, nicht mit dem Auto zum Fest anzureisen. Neben zahlreichen Sonderfahrten der Linienbusse (s. Kasten) gibt es wieder Sonderzüge. An den Wochenenden werden die Regionalbahnen der Linie 22 von Königs Wusterhausen und Saarmund statt nach Potsdam nach Werder umgeleitet. An den Festwochenenden gibt es auch auf der Regionalexpresslinie 1 zwischen 10 Uhr und Mitternacht im Zweistundentakt Zusatzfahrten zwischen Werder und Berlin-Zoo. Zudem verkehrt die Weisse Flotte Potsdam mit ihren Schiffen an den Wochenenden und dem 1. Mai im Halbstundentakt zwischen Potsdam, Caputh und Werder.

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