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  • 30.03.2017
  • von Matthias Matern

Werder (Havel): Urheber rechter Plakate ermittelt

von Matthias Matern

Hetze im Stadtgebiet. Gut 30 dieser Plakate hingen in Werder und Umgebung. Foto: Privat

Rechtsextreme Propaganda-Aktion aufgeklärt: Die Polizei konnte zwei NPD-Funktionäre als Täter ermitteln und führte mit ihnen Gefährderansprachen.

Werder (Havel) - Die rechte Plakataktion in Werder aus dem Januar ist aufgeklärt. Nach Angaben der Polizei standen zwei ehemalige NPD-Funktionäre aus der Stadt hinter der umfangreichen Propaganda gegen Flüchtlinge. „Wir haben mit den beiden Verantwortlichen Gefährderansprachen geführt und deutlich gemacht, dass solche Aktionen zu unterbleiben haben“, sagte der Leiter der Kriminalpolizei der Polizeidirektion, Sven Mutschischk, auf PNN-Nachfrage.

Wie berichtet hatten Ende Januar bis dahin unbekannte Täter stadtweit rund 30 Plakate geklebt. Darauf zu sehen war ein von Minaretten umgebener, brennender Fernsehturm. Auf dem goldenen Streifen der Flagge der Bundesrepublik Deutschland war eine mit allerlei Gepäck beladene Gruppe abgebildet, die an wandernde Flüchtlinge erinnerte. Darüber war ein Stoppschild abgebildet. Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) hatte die Plakataktion damals scharf verurteilt und eine Anzeige erwogen. Weitere rechtliche Konsequenzen haben die Verantwortlichen nach Einschätzung der Polizei jedoch nicht zu befürchten. Ein verfassungsfeindlicher Inhalt sei trotz allem nicht zu erkennen gewesen, so Mutschischk.

Wenige Tage später wurde das Linke-Büro mit Neonazi-Aufklebern beklebt

Wie berichtet kommt es in Werder immer wieder zu ähnlichen Vorfällen. Nur wenige Tage nach der umfangreichen Plakataktion etwa war das Bürgerbüro des Linke-Landtagsabgeordneten Andreas Bernig am Werderaner Gutshof mit mehreren Aufklebern der Neonazi-Splitterpartei „Der III. Weg“ beklebt worden. Vor zwei Jahren hatte die Gruppierung zu einer Kundgebung auf dem Strengfeld eingeladen. Laut dem brandenburgischen Verfassungsschutz wohnen auch einige der landesweit 25 aktiven Mitglieder in Potsdam-Mittelmark. Wie viele genau es in Werder sind, wird allerdings nicht genannt. Auch die die Facebook-Seite „Werder wach auf“ rechnet der Verfassungsschutz klar dem rechtsextremistischen Milieu zu. 

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