26.09.2017, 18°C
Themenschwerpunkt:

Kleinmachnow

  • 17.03.2017
  • von Solveig Schuster

Kleinmachnow: Belüften statt baggern

von Solveig Schuster

Biologisches Verfahren soll Kleinmachnow bei Teichsanierung Kosten sparen.

Kleinmachnow - Bei der anstehenden Sanierung des Kleinmachnower Düppelteichs gibt es nun doch einen Kompromiss. Statt den Teich umfassend auszubaggern, soll sich der auf dem Boden angesammelte Schlamm mit Hilfe eines biologischen Verfahrens teilweise selbst abbauen. So ließen sich nicht nur die Kosten des bislang mit rund 720 000 Euro veranschlagten Projektes reduzieren, sondern auch Pflanzen- und Tierwelt schonen, sagte die Vorsitzende des Vereins Landschaftsschutzgebiet Buschgraben/Bäketal, Ursula Theiler. Wie berichtet hatte der Verein neben den Kleinmachnower Grünen für die umweltschonendere Alternative geworben.

Überzeugt hatte sie der Luckenwalder Landschaftsarchitekt Erik Haase, der bereits bei der Sanierung des Schlossteichs in Jüterbog (Teltow-Fläming) mit der Methode der biologischen Teichbelüftung gute Erfahrungen gemacht hatte. In der jüngsten Sitzung des Kleinmachnower Umweltausschusses stellte er den Ausschuss-Mitgliedern das Verfahren vor. Im Gegensatz zur herkömmlichen Methode werden bei der biologischen Variante Schläuche in den Pfuhl gebracht, um diesen mit Sauerstoff zu belüften. Dadurch würden sich die organischen Teile aus dem Schlamm lösen. Dies dauere zwar länger, sei aber umweltverträglicher und weniger kostenintensiv. Wie viel gespart werden könne, werde derzeit geprüft, erläutert Kleinmachnows Gemeindesprecherin Martina Bellack. Die in Jüterbog erprobte Methode lasse sich aber nicht komplett auf Kleinmachnower Verhältnisse übertragen. So könne die biologische Teichbelüftung vor allem in den tieferen Bereichen des Sees angewendet werden, nicht aber am Ufer, sagte sie. In den flacheren Randbereichen werde weiter mittels Bagger entschlammt, erklärte Bellack. Die Beschlussvorlage zur Sanierung des Düppelteichs sei nun um die alternative Methode ergänzt worden und soll Anfang April von den Kleinmachnower Gemeindevertretern verabschiedet werden.

Wie berichtet war zunächst geplant, den Pfuhl komplett auszubaggern. Neben einer großräumigen Baustelle, die dafür eingerichtet werden müsse, sah die Vorsitzende des Fördervereins Buschgraben/Bäketal Probleme bei der Entsorgung des Schlamms auf die Kommune zukommen. Zum einen müsse er vor Ort getrocknet werden, zum anderen erst einmal eine Deponie gefunden werden, die ihn abnehme, so Theiler. Ein hohes Risiko, das mit hohen Kosten verbunden sei.

Auch die Chefin der Kleinmachnower Grünen-Fraktion, Barbara Sahlmann, ist froh über den gefundenen Kompromiss. „Der Planer war sehr überzeugend“, erklärte sie. Sahlmann hatte vor allem befürchtet, dass durch die komplette Ausbaggerung des Pfuhls folgenreiche Schäden entstehen, die etwa auch ein späteres Trockenfallen des Teichs begünstigen. Wie berichtet beklagt Kleinmachnow derzeit einen rapide gesunkenen Wasserstand an einigen Pfuhlen. Insbesondere der Teich an der Eigenherdschule droht erneut auszutrocknen. Sahlmann hält es für möglich, dass durch früheren Bodenaushub Schäden entstanden sind und das Wasser versickert. Die Grünen-Fraktionschefin will das noch näher untersuchen lassen.

Insgesamt aber sind die Gründe für trockenfallende Gewässer weitgehend unbekannt. Eine Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen an die Landesregierung brachte nicht viel Erhellendes. Wie berichtet waren dem umweltpolitischen Sprecher der Fraktion, Benjamin Raschke, auch aus anderen Regionen im Land historisch einmalig niedrige Wasserstände gemeldet worden. Die Landesregierung listet rund 30 Gewässer auf, die im vergangenen Jahr trockengefallen sind, vorwiegend Gräben und Fließe, etwa im Dahme-Spreewald-Kreis oder der Uckermark wie auch den Teltow-Fläminger Zülowkanal. Kleinere Gewässer wurden indes kaum erfasst, so Raschke. Auch die Landesregierung konnte zu den Ursachen keine Auskunft geben. „Offen ist daher auch, in welchen Fällen der geringe Wasserstand natürliche Ursachen hat und wo sich beispielsweise der Klimawandel oder Entnahmen für Trinkwasser oder die Landwirtschaft auswirkten“, so Raschke. Solveig Schuster

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!