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Stahnsdorf

  • 16.03.2017
  • von Enrico Bellin

Benefiz für Basketballer im Rollstuhl: Stahnsdorfer werben mit Aktion um Nachwuchs

von Enrico Bellin

In Aktion. Die Basketballer trainieren zweimal wöchentlich. Foto: RSV Stahnsdorf

Stahnsdorf/Kleinmachnow - Einmal mit dem Rennrollstuhl über das Sporthallenparkett rasen, den Slalomparcours bestehen oder versuchen, einen Basketball in den Korb zu werfen: Der Rotary Club Kleinmachnow und der RSV Stahnsdorf veranstalten an diesem Samstag das erste Rollstuhl-Basketball-Event der Region in der Sporthalle der Heinrich-Zille- Grundschule in Stahnsdorf. Dort soll ab 14 Uhr jeder die Sportart selbst ausprobieren können. „Wir wollen, dass möglichst viele Menschen mitbekommen, wie der Leistungssport trotz Behinderung zu betreiben ist“, sagt Carsten Nehues, stellvertretender Abteilungsleiter für den Rollstuhl-Basketball.

Nach einem Motorradunfall im Jahre 1991 – damals war er 17 Jahre alt – sitzt er im Rollstuhl. Der Sport habe ihm Kraft gegeben und sei eine gute Gelegenheit gewesen, mit anderen in Kontakt zu treten, die ein ähnliches Schicksal haben, sagt Carsten Nehues. Rund 40 Mitglieder hat seine Mannschaft, die nach einem Aufstieg in der neuen Saison ab September in der Regionalliga spielen wird. Einmal wöchentlich wird in Stahnsdorf trainiert, einmal in der Halle der Paracelsuskliniken in den Beelitzer Heilstätten. Der Rolli-Basketball sei die größte integrative Sportart, rund ein Drittel der Mannschaftsmitglieder hätten keine Behinderung, sagt Nehues. Durch ein Punktesystem pro Spieler werde sichergestellt, dass stets Mannschaften mit gleichen Bedingungen gegeneinander antreten.

Doch die Sportler hätten auch Probleme, auf die ebenfalls aufmerksam gemacht werden soll, sagt er. So gebe es etwa nur eine behindertengerechte Toilette in der Halle der Zille-Grundschule. Bei einem Turnier seien aber im Schnitt 15 Sportler anwesend, entsprechender Andrang sei da programmiert. Damit sich die Spieler der Gästemannschaften überhaupt duschen können, haben die Sportler selbst einen Hocker angeschafft. Und schon die Anfahrt sei ohne eigenes Auto, was die meisten kurz nach dem Unfall noch nicht hätten, schwierig: Die Rennrollstühle sind deutlich breiter als normale Ausführungen, sie würden nicht in alle Busse passen, sagt Nehues. Und wer per Zug kommen muss, muss sich bei der Bahn vorher anmelden.

Zudem koste ein Rollstuhl mindestens 2500 Euro, die ebenso wie Reparaturen nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Deshalb organisieren die Rotarier das Benefiz-Event am Samstag. Durch Tombolas, den Verkauf von Essen sowie Spenden wird Geld gesammelt. Neben den Mitmachaktionen wird es auch ein Profi-Spiel gegen die Mannschaft Pfeffersport aus Berlin geben sowie mehrere Spiele von Schülermannschaften aus der Region. Enrico Bellin

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