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Werder

  • 10.03.2017
  • von Enrico Bellin

Blütentherme in Werder (Havel): Werder sucht Investor für die Blütentherme

von Enrico Bellin

Wie geht es weiter mit der Blütentherme in Werder (Havel)? Foto: B. Settnik/dpa

Die Blütentherme in Werder soll nach der Entscheidung der Stadtverordneten von einem Investor fertig gestellt und betrieben werden. Der neue Partner steht bislang aber noch nicht fest.

Werder (Havel) - Jetzt ist es entschieden: Die Werderaner Blütentherme soll von einem privaten Partner zu Ende gebaut und betrieben werden. Einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion stimmten die Stadtverordneten am Donnerstagabend mehrheitlich zu. Demnach soll das Grundstück mit der Thermenbaustelle für jährlich einen Euro über 30 Jahre an einen noch zu findenden Bieter verpachtet werden.

SPD-Fraktionsmitglied Robert Dambon hatte zuvor noch einmal für den SPD-Antrag geworben, dass die Stadt selbst Eigentümer bleibt, die Therme mit kleinen Änderungen vollendet und einen Betriebsführer ernennt, damit mögliche Gewinne aus dem Betrieb in die Stadtkasse fließen könnten. "Wir werden auch nicht den Investor finden, der uns die Therme nach Wunsch vollendet", so Dambon. Dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Kreilinger zufolge ist hingegen die "Wahrscheinlichkeit, dass wir als Stadt einen Gewinn schaffen, ungleich geringer". Auch sei das Engagement von Betriebsführern in aller Regel geringer als von privaten Investoren. Zudem habe schon beim Beschluss zum Bau der Therme jeder gewusst, dass sie Geld kostet. Die Fertigstellung der geplanten Therme würde einem Gutachten zufolge zwölf Millionen Euro kosten.

Neuer Partner muss fünf bis sieben Millionen Euro vorlegen

Die CDU hatte ihren Antrag vor der Sitzung leicht verändert. So muss der neue Partner nicht wie ursprünglich vorgesehen eine Bürgschaft von fünf bis sieben Millionen Euro vorlegen, wenn die Stadt im Gegenzug Eigenmittel wie etwa Fertigstellungszuschüsse erst nach erfolgreicher Fertigstellung der Therme zahlen muss. Damit soll eine doppelte Belastung des künftigen Partners verhindert werden, wenn neben den eigentlichen Investitionskosten auch noch die Bürgschaft zu stemmen wäre. Wie berichtet will die Stadt die Therme über ein sogenanntes Forfaitierungsmodell finanzieren: Ab der vertragsgemäßen Inbetriebnahme soll die Stadt 30 Jahre lang einen vom Bieter zu benennenden Betrag zahlen, der nicht mehr veränderbar sein soll. Sollte der Bieter mindestens über eine Bürgschaft von zwei Millionen Euro verfügen, könne er auch ein Finanzierungsmodell anbieten, bei dem die Stadt nach der Thermeneröffnung einen Einmalzuschuss zahlt. Der dürfe die nachgewiesenen Fertigstellungskosten aber keinesfalls überschreiten. SPD-Fraktionsmitglied Robert Dambon hält dieses Modell jedoch für kompliziert, auch er selbst habe lange gebraucht, um es zu verstehen.

Um zukünftige Kosten zu vermeiden, soll der Betreiber ab Inbetriebnahme der Therme festzulegende Teile der erwirtschafteten Überschüsse für künftige Instandhaltungsmaßnahmen zurücklegen. Ganz ausgeschlossen werden können Risiken aber auch so nicht, sagt Peter Kreilinger. "Niemand weiß, welche Nachbarkommunen oder Privaten Konkurrenzprojekte bauen, wie sich die Ausgangsbereitschaft der Menschen entwickelt, was in 20 Jahren ,In' ist", so Kreilinger.

21 Millionen Euro für Blütentherme

Allein in den Thermenbau hat die Stadt wie berichtet schon 16,2 Millionen Euro investiert. Rechnet man Investitionen im Thermenumfeld dazu, kommt man auf 21 Millionen. Aus diesem Grund hatten die Grünen auch einen Antrag gestellt, das Projekt Blütentherme "mit sofortiger Wirkung aufzugeben". Alle damit im Zusammenhang stehenden Ausgaben, Aufgaben und Aktivitäten sollten schnellstmöglich beendet werden. "21 Millionen Euro Verlust sind genug", so die Fraktionsvorsitzende Ilona Klapper. Dauerhafte Zuschüsse zum Badbetrieb seien nicht im Interesse der Werderaner, und das Potsdamer Bad in 20 Minuten erreichbar. Stattdessen soll das Areal neu beplant werden.

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