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  • 25.06.2018
  • von Jan Kixmüller

Neue Fakultät der Universität Potsdam: Millionen für Gesundheit in der Mark

von Jan Kixmüller

Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Die Uni Potsdam hat am Montag zusammen mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg eine gemeinsame Fakultät für Gesundheitswissenschaften gegründet. Im Fokus stehen Gesundheit im Alter und die medizinische Versorgung auf dem Land.

Potsdam - Für die gemeinsame Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam, der Medizinischen Hochschule Brandenburg und BTU Cottbus-Senftenberg wurde am Montag mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zum Gesundheitscampus der offizielle Startschuss gegeben. Mit insgesamt 16 neuen Professuren soll die Fakultät an den drei Hochschulen die Ausbildung von Medizinern in Brandenburg ermöglichen, das Land finanziert die Fakultät ab dem kommenden Jahr mit jährlich 6,6 Millionen Euro. 

Die Medizin des Alterns, Pflege- und Rehabilitationswissenschaften, Telemedizin, aber auch die Kardiologie und Physiologie werden an der Einrichtung eine zentrale Rolle spielen. Mit der Gründung beauftragt wurde der langjährige Chefarzt für Geburtsmedizin und Dekan der Charité, Professor Joachim W. Dudenhausen. „Die Fakultät soll als gemeinsame Einrichtung aus Universitäten und in Kooperation mit weiteren Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die medizinische Versorgung für das Flächenland Brandenburg langfristig verbessern, die universitäre Gesundheitsforschung durch Forschungsverbünde stärken sowie die praxisnahe Aus- und Weiterbildung in Gesundheit und Pflege fördern“, erklärte Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD). Dazu werde auch ein breites Netzwerk aus Kliniken in den Campus eingebunden. Ziel sei auch, Ärzte verstärkt in die Peripherie der Mark zu bringen. 

Ein einmaliges Netzwerk in Deutschland

Die Fakultät soll der Kern des Gesundheitscampus Brandenburg werden. Damit sollen künftig im Land unter anderem Krankheiten erforscht werden, die im Alter gehäuft auftreten. Zudem sollen Modelle entwickelt werden, die es kranken Menschen ermöglichen, möglichst lange zu Hause zu leben und gut versorgt zu werden. „Durch die Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Kliniken im Gesundheitscampus entsteht nicht nur ein in dieser Form einmaliges Netzwerk in Deutschland – es ergeben sich auch neue Chancen für die Fachkräftesicherung und die medizinische und pflegerische Versorgung im Flächenland Brandenburg sowie für die weitere Stärkung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Gesundheitsbereich“, so Münch.

Um im Flächenland Brandenburg eine bessere Versorgung von Patienten fernab der großen Städte zu gewährleisten, wollen die Wissenschaftler verstärkt auch auf Telemedizin setzen. „Die Chance besteht tatsächlich, hier etwas auf den Weg zu bringen“, so Gründunsgdekan Joachim W. Dudenhausen. Dazu soll die IT-Branche im Land einbezogen werden, wie etwa in Potsdam das Hasso-Plattner-Institut und die Digital-Engineering- Fakultät mit dem von Erwin Böttinger gegründeten Digital Health Center. Zunächst einmal wollen die Forscher aber ein genaueres Bild von der Versorgungslage im Land erhalten. Auch will man die Ursachen der hohen Sterblichkeitsrate bei Herzinfarkten oder der überdurchschnittlichen Anzahl bösartiger Tumorerkrankungen im Land herausfinden. 

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