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  • 06.12.2017
  • von Jan Kixmüller

Big Data: Für Hoheit über die eigenen Daten

von Jan Kixmüller

Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild

Der Leiter des Hasso-Plattner-Instituts fordert besonders bei Gesundheitsdaten höchste Sicherheitsstandards.

Potsdam - Die Forderungen des Deutschen Ethikrates nach Datensouveränität in Bezug auf Big-Data-Anwendungen hat der Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI), Professor Christoph Meinel, begrüßt. „Jeder Bürger sollte Herr seiner Gesundheitsdaten sein und frei entscheiden können, wer diese einsehen und nutzen darf“, sagte der Informatikwissenschaftler. Meinel unterstütze insbesondere, dass der Datengeber nun in den Mittelpunkt gerückt werde, hieß es in einer Mitteilung des HPI. „Datensouveränität ernst zu nehmen bedeutet, jeden Bürger in die Lage zu versetzen, selbst zu entscheiden, welche Daten er wem freigeben möchte – und dass er diese Freigabe auch wieder entziehen kann.“

In der digitalen Welt gibt es keine Sicherheiten

Für sensible Gesundheitsdaten müssen Meinel zufolge höchste Sicherheitsstandards gelten. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber für keinen Akteur in der digitalen Welt. „Wir müssen daher ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es je nach Vertraulichkeit des Anwendungsfalls ein unterschiedliches Niveau von ,ausreichend sicher’ geben wird: Der Twitter-Account ist schließlich auch nicht im gleichen Maße geschützt wie der Zugang zum Online-Banking“, erklärte Meinel. Deutschland benötige dem Forscher zufolge dringend ein neues Datenschutzkonzept – vor allem auch vor dem Hintergrund der schnellen Entwicklung im Digital-Health-Bereich und der großen Potenziale von Big Data für die Gesundheitsversorgung.

Das Hasso-Plattner-Institut, aus dem im Frühjahr dieses Jahres die neue Fakultät für Digital Engineering an der Uni Potsdam hervorgegangen ist, entwickelt derzeit die erste patientenzentrierte Plattform für Gesundheitsdaten. Die „Gesundheitscloud“ werde von einer Non-Profit-Organisation betrieben. Sie ermögliche den Nutzern, sensible Gesundheitsdaten auf einer sicheren Plattform zu speichern und für autorisierte Personen und Anwendungen freizugeben, so das Institut. Per „Datenspendeausweis“ könnten Patienten darüber hinaus ihre Gesundheitsdaten anonym spenden und so der medizinischen Forschung neue Impulse geben. 

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