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  • 07.04.2017
  • von Jan Kixmüller

Universität Potsdam: Mit russischen Krimis in den Ruhestand

von Jan Kixmüller

Foto: Fritze/UP

Zur Emeritierung des Potsdamer Slawisten Norbert Franz findet am heutigen Freitag und morgigen Samstag eine wissenschaftliche Tagung an der Universität Potsdam statt. Franz war im vergangenen Oktober mit 65 Jahren offiziell in den Ruhestand gegangen, vertritt allerdings noch in diesem Sommersemester seine Professur für ostslawische Literaturen und Kulturen bis zu deren Nachbesetzung. Das Symposium zu seinen Ehren befasst sich mit dem Kriminalroman in der slawischsprachigen Welt. Damit begeben sich die eingeladenen Experten zu den Wurzeln von Franz’ wissenschaftlicher Tätigkeit: Mit einer Arbeit zum sowjetischen Kriminalroman wurde der Professor 1986 habilitiert.

Norbert Franz ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Professor an der Universität Potsdam. Der aus Bingen am Rhein stammende Franz studierte Slawistik, Romanistik, Germanistik und Geschichte an der Universität in Mainz. An der Berliner Humboldt-Universität hatte er dann die Professur für ostslawische Literaturen inne, 1995 wechselte er an die Universität Potsdam. Hier war Franz mehrfach Mitglied des Senats und 2000 bis 2004 Dekan der Philosophischen Fakultät. Seit 2006 ist er Vorstandsmitglied des Deutschen Slawistenverbandes. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Kulturgeschichte Russlands, Wissenschaftstheorie und -geschichte der Slawistik, Literatur und Religion, Literatur Weißrusslands sowie Emigration und Mobilität.

Das Schaffen des russischsprachigen Autors Boris Akunin ist ein Schwerpunkt der Potsdamer Tagung. Erast Fandorin ist Akunins populärster Ermittler. Der Meisterdetektiv löst im Moskau des 19. Jahrhunderts einen Kriminalfall nach dem anderen. Akunins Krimis wurden weltweit rund sechs Millionen Mal verkauft.

Auf dem Symposium sollen auch regionale Besonderheiten der Krimis betrachtet werden: „Kalter Krieg, stalinistische Repressionen und Überwachungsskandale – der aktuelle Krimi aus Russland, Polen, Serbien oder der Ukraine lebt von politischen und historischen Bezügen“, so die Veranstalter. Die „New Soviet Crime Novels“ stehen bei einer öffentlichen Lesung des Schriftstellers William Ryan am heutigen Freitag im Mittelpunkt – Beginn ist um 18 Uhr in der Oberen Mensa, Am Neuen Palais 10, Haus 12. 

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