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  • 29.03.2017

Potsdamer Auszeichnung für Amos Oz Autor erhält Geiger-Preis zum Kirchentag in Berlin

Foto: UziVaron_SV

Am 25. Mai wird dem bekannten israelischen Schriftsteller Amos Oz der Abraham-Geiger-Preis 2017 verliehen (PNN berichteten). Der Preis soll ihm während des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags am 25. Mai in Berlin übergeben werden, die Laudatio hält Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Amos Oz erhält die Auszeichnung nach Angaben des Potsdamer Abraham Geiger Kollegs für seinen großen Mut und seine Entschiedenheit, mit der er sich für Verständigung und Frieden zwischen Israelis und Palästinensern sowie mit dem heutigen Deutschland engagiere.

Das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam wurde 1999 gegründet und ist das erste nach dem Holocaust in Deutschland eröffnete Rabbinerseminar. „Mit Amos Oz ehren wir einen Mann, der fest an die Menschen und ihre Fähigkeit glaubt, die Welt zum Besseren ändern zu können“, sagte Rabbiner Walter Homolka vom Geiger-Kolleg. „Seine Zuversicht ist Zuspruch für uns alle“, fügte Homolka hinzu, der Professor für jüdische Theologie an der Universität Potsdam ist.

Amos Oz (Jahrgang 1939) war 1978 einer der Gründer der Bewegung „Frieden jetzt“. Als Stimme der zionistischen Linken ist er ein ausgesprochener Befürworter eines Kompromisses zwischen Israel und Palästina. Es sieht den Konflikt nicht als Krieg der Religion, der Kulturen oder Traditionen, sondern eher als einen Konflikt um Land. Er sei nicht durch Verständnis, sondern allein durch schmerzliche Kompromisse zu lösen. Den Anfängen der deutsch-israelischen Beziehungen stand Oz eher skeptisch gegenüber. Später fand er Zugang zu Deutschland über dessen Literatur, etwa durch die Werke von Günter Grass, Heinrich Böll, Siegfried Lenz und Ingeborg Bachmann. „Ich denke, dass wir mit den neuen Generationen von Deutschen viel zu besprechen haben“, sagt er heute.

Die Auszeichnung, die an den Vordenker des liberalen Judentums, Abraham Geiger (1810-1874), erinnert, würdigt laut Geiger-Kolleg Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben und sich für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit einsetzen. Bisherige Preisträger waren unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der katholische Kardinal Karl Lehmann, Prinz Hassan bin Talal von Jordanien und die südafrikanische Politikerin Helen Zille. Kix

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