26.09.2017, 18°C
  • 23.03.2017
  • von Gudrun Janicke

140 Jahre Geoforschung in Potsdam: Ausstellung widmet sich der Geschichte der Vermessung der Welt

von Gudrun Janicke

Foto: A. Klaer

Auf einem Hügel in Potsdam steht die Wiege der deutschen Geowissenschaften. Auch heute sind dort Forscher tätig und versuchen der Erde ihre Geheimnisse zu entreißen, wie eine neue Ausstellung zeigt.

Von einem kaiserlich-preußischen Institut zum modernen Deutschen Geoforschungszentrum GFZ auf dem Potsdamer Telegrafenberg: Die Geschichte der Vermessung der Welt beleuchtet eine Sonderausstellung in Potsdam. Sie ist seit Donnerstag im Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte zu sehen.

Erinnert wird an die Entwicklung der Geodäsie, der Wissenschaft von der Vermessung der Welt, von den Anfängen in Potsdam vor fast 140 Jahren bis zu den gegenwärtigen Forschungen am Deutschen Geoforschungszentrum, das seit mittlerweile 25 Jahren besteht. Etwa 120 Objekte, viele davon noch nie öffentlich gezeigt, illustrieren die Entwicklung.

Erkenntnis aus Potsdam: Erde erinnert eher an eine Kartoffel

Die Ausstellung wolle ein Bogen geschlagen von der Vergangenheit mit den ersten Erkenntnissen zu Größe und Gestalt der Erde bis zu den heutigen modernen Erkundungen, sagte Kurator Johannes Leicht. Wichtige Erkenntnisse seien in Potsdam formuliert worden, so dass der Planet nicht wie eine Kugel aussehe, sondern von der Form her an eine Kartoffel erinnere.

Porträts und Büsten zeigen unter anderem Forscher, die der Geodäsie zu bahnbrechenden Erkenntnissen verhalfen. So setzte sich bereits Alexander von Humboldt (1769-1859) für die Erforschung des Weltalls ein. Teilweise noch heute übliche mathematische Verfahren für Vermessungen entwickelte Carl Friedrich Gauß (1777-1855).

Historische Messgeräte zur Erdanziehung

Für die Ausstellung öffnete die historische Sammlung des Geoforschungszentrums ihre Tore. Zu sehen ist unter anderem ein sogenannter Universaltheodolit, mit dem Mitte des 19. Jahrhundert Horizontal- und Vertikalwinkel zur Vermessung der Landschaft bestimmt wurden. Mit speziellen Pendelapparaten wurde die Erdanziehung bestimmt. In Vitrinen liegen Vergleichmessstäbe, mit denen beispielsweise ein Metermaß geeicht werden konnte.

Erstmals vor 60 Jahren gelang es der Wissenschaft, die Erde mit dem russischen Satelliten "Sputnik" von Außen zu betrachten. In der Schau gibt ein im Durchmesser etwa zwei Meter großes Modell die Dimensionen vor: 1 Millimeter darauf entsprechen 6,5 Kilometer. Deutlich wird auch, dass die Erde keine ebene Kugel, sondern ein Gebilde mit vielen Beulen und abgeflachten Polen ist. Heute erforschen Satelliten und Gravimeter den Planeten. (dpa)

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Am Neuen Markt 9, Potsdam. Öffnungszeiten Dienstag bis Donnerstag 10.00 bis 17.00 Uhr. Freitag bis Sonntag und an Feiertagen 10.00 bis 18.00 Uhr. Montag geschlossen. Mehr Infos zur Ausstellung >>

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Weitere Hintergründe zur Ausstellung lesen Sie in der Freitagsausgabe der PNN oder heute Abend ab 22.15 Uhr im E-Paper >>

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