21.07.2018, 26°C
  • 12.07.2018
  • von André Görke

Nach dem Unwetter: Regen in Berlin - Feuerwehr im Ausnahmezustand

von André Görke

Pfütze am Morgen. Dieses Foto schickte uns Tagesspiegel-Leser Christoph Erbslöh von der Brücke an der Knobelsdorffstraße. Foto: Christoph Erbslöh

Die Autobahn gesperrt, ein U-Bahnhof unter Wasser, eine Kanalisation am Limit. Wie die Stadt den Regen erlebt hat.

Es war die Nacht, in der der Regen kam. Und es wurde jener Tag, an dem die Berliner Feuerwehr den Ausnahmezustand ausgerufen hat. "Wir befinden uns im Ausnahmezustand Wetter", twitterten die Rettungskräfte am Donnerstagmittag. "Mehrere Freiwillige Feuerwehren wurden zur Verstärkung in den Dienst gerufen." Es wird gepumpt und gepumpt.

Feuerwehrchef Wilfried Gräfling schickte auch gleich einen Appell an alle Berliner: "Helfen Sie der Feuerwehr, ihre Ressourcen effizient einzusetzen und zwar dort, wo echte Notfälle eingetreten sind".

Tiefe Pfützen bildeten sich in der Stadt - das Wasser floss oft nur schwer ab, weil der Boden nach wochenlanger Trockenheit steinhart ist. Und mit den Wassermassen waren auch die Regenrohre überfordert, wie Bilder der Berliner Polizei vom Vormittag zeigten. "Die Autobahn A100 wurde mehrfach am Morgen gesperrt, weil die Fahrbahn am Kaiserdamm unter Wasser stand", hieß es im Polizeipräsidium. Es kam zu großen Verkehrsbehinderungen.

Ein Rollerfahrer, der trotzdem durch den See auf die gesperrte A100 fuhr, erhält nun einen Strafzettel. "Die Tinte auf dem Strafzettel ist vermutlich schneller trocken als seine Kleidung", scherzte die Polizei. Im Autobahn-Badesee wurden zudem Kennzeichen gefunden.

Betroffen waren nicht nur Häuser und Keller, sondern auch der U-Bahnhof Möckernbrücke in Kreuzberg. Der Übergang von der U1 zur U7 wurde gesperrt, weil es einen "Wasserschaden" in der Vorhalle gab. Und in den Bundestag tropfte es offenbar rein - wie gut an den aufgestellten Eimern zu sehen war. Das Bild twitterte die FDP.

Freuen darf sich die Natur in Wäldern und Parks - und auch die Besitzer all der Kleingärten, die ihre Pflanzen wochenlang intensiv bewässern musste.

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