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  • 17.05.2018
  • von Kerstin Gehrke

Berliner S-Bahn: Ticket-Kontrolleure bleiben straffrei

von Kerstin Gehrke

Die Staatsanwaltschaft hat in sieben Fällen kürzlich Anklage gegen Berliner Kontrolleure erhoben. Foto: Paul Zinken/dpa

Zwei Kontrolleure der S-Bahn stehen wegen des Vorwurfs vor Gericht, einen Fahrgast festgehalten und getreten zu haben. Doch die Aussagen von Zeugen sind widersprüchlich.

Ein Schwarzfahr-Verdacht führte zu einem Streit in der S-Bahn mit einer Gruppe von Studenten und brachte zwei damalige Ticket-Kontrolleure vor das Amtsgericht Tiergarten. Ein Fahrgast sei „minutenlang festgehalten worden, obwohl er im Besitz eines gültigen Fahrausweises war“, hieß es in der Anklage. Ein weiterer Student sei bei der Kontrolle zwischen den S-Bahnhöfen Friedrichstraße und Hackescher Markt getreten worden. Die Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück. Beide blieben am Ende straffrei.

Die 26- und 28-Jährigen waren bei der Auseinandersetzung im September 2016 als Mitarbeiter des privaten Dienstleisters Wisag unterwegs, der im Auftrag der S-Bahn Tickets kontrolliert. Der am Donnerstag verhandelte Fall ist Justizangaben zufolge einer von sieben, in denen die Staatsanwaltschaft kürzlich wegen mutmaßlicher Straftaten bei Kontrollen Anklage erhoben habe.

Widersprüchliche Aussagen

„Ich halte keinen fest, der nicht weglaufen will“, erklärte der 26-Jährige. Sein 28-jähriger Ex-Kollege sagte, es sei gar nicht seine Kontrolle gewesen. Die Angaben von vier Zeugen fielen widersprüchlich aus. „Mein Partner hat einen Tritt gegen das Schienbein bekommen“, so eine 24-Jährige. „Meine Freunde wurden an Kleidung und Taschen festgehalten.“ Zwei aus der fünfköpfigen Gruppe seien ohne Ticket gewesen. „Aber keiner wollte weg.“ Ein weiterer Zeuge sagte, er sei geschubst und für eine Minute festgehalten worden. Einen Tritt sah er nicht.

Viele Fragen blieben offen, Anschuldigungen zweifelhaft. Das Gericht folgte der Staatsanwältin und sprach den 26-Jährigen frei. Das Verfahren gegen den 28-Jährigen wurde gegen Zahlung einer Buße von 100 Euro eingestellt.

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