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  • 13.01.2018
  • von Elisabeth Binder

117. Berliner Presseball: Schräge Töne, nachdenkliche Worte: Helmut Kohls Sohn Walter hält ein Plädoyer für Frieden

von Elisabeth Binder

Als Ehrengäste begrüßt. Walter Kohl mit seiner Ehefrau Kyung-Sook Kohl und Nichte am Samstagabend beim Berliner Presseball im Hotel Maritim. Foto: Davids, Sven Damer Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Der 117. Berliner Presseball feierte im Hotel Maritim auch den Mittelstand. Ehrengast war Walter Kohl. Er erinnerte an das Vermächtnis seiner Eltern.

Für Berliner Verhältnisse leerten sich die Tabletts mit den Champagner-Gläsern eher langsam. Kein Wunder vielleicht, denn ganz am Anfang des 117. Berliner Presseballs, der am Samstag Abend im Hotel Maritim gefeiert wurde, stand ein dekadent angehauchter Weltrekord, der dem Trinkgenuss etwas von Mutprobe verlieh. „Chevalier de Champagne“ Heiko Zademach öffnete mit einem von weltweit zehn Spezialsäbeln des Hauses St. Gall auf die eher scharfkantige Art 100 Champagner-Flaschen in unter fünf Minuten.

Der Produzent und Werbe-Experte Mario Koss freute sich als Veranstalter, rund 1500 Gäste zu begrüßen und so auch zu zeigen, wie erfolgreich sein Versuch im vergangenen Jahr war, den traditionellen Ball nach vielen Turbulenzen und manchem Absturz wiederzubeleben.

Das Fest hieß diesmal auch "Deutscher Mittelstandsball"

In Kooperation mit dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) trug das Fest in diesem Jahr das Motto „Deutscher Mittelstandsball“. Ein paar schräge Noten sind immer noch hilfreich bei dieser Veranstaltung. Sein Berliner Debüt feierte Richard Lugner, der beim Wiener Opernball regelmäßig Akzente setzt mit den Hollywoodstars, die gegen Gage seine Loge schmücken. Er kam mit Sonja Schönanger, einer fröhlichen, tanzfreudigen Exfreundin.

Die traditionelle Tombola, die früher regelmäßig frische Küchengeräte in die Arme von Menschen in Abendgarderobe katapultierte, war diesmal mit etwa 1500 Preisen üppig bestückt. Theoretisch hätte es für jeden Teilnehmer einen Gewinn geben können, aber bekanntlich überschüttet Fortuna am liebsten einige Auserwählte mit mehreren Beweisen ihrer Gunst.

Walter Kohl: "Die Einladung war mehr als ein Blumenstrauß"

Besonders glücklich war Koss, dass er als Eröffnungsredner Walter Kohl gewonnen hatte. Der wiederum freute sich, in der Geburtsstadt seiner Mutter an die verstorbenen Eltern erinnern zu können. Als die Einladung kam, kurz nach dem Tod seines Vaters, habe er zuerst an einen Scherz geglaubt, sagte er. Aber dann habe er begriffen, wie viel mehr als ein Blumenstrauß eine solche Geste bedeute.

Zur Einstimmung gab der Sohn von Hannelore und Helmut Kohl den Ballgästen einen kurzen Einblick in das Lebenswerk seiner verstorbenen Eltern und appellierte an die Gäste, sich für Frieden einzusetzen. Weil der Vater der Deutschen Einheit und und seine Frau gern gesehene Gäste beim Berliner Presseball gewesen seien, sei ihm diese Einführung ein besonderes Anliegen gewesen, sagte der Gastgeber.

Auch Rallye-Fahrerin Heidi Hetzer genoss die vergnügliche Nacht

Imamin Seyran Ates freute sich auf den Abend, der ein Novum für sie war. Auch Gregor Gysi, Rallye-Fahrerin Heidi Hetzer, der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning, Produzent Jack White, Isa und Andreas von Hardenberg, Fußballer Jean-Marie Pfaff, Designerin Nanna Kuckkuck und Polizeipräsident Klaus Kandt harrten im festlich illuminierten Festsaal während eines satirischen Jahresrückblicks auf eine lange, vergnügliche Nacht.

Vorher verlieh der BVMW-Präsident Mario Ohoven noch den 6 kg schweren Deutschen Mittelstand Media Award an Cicero-Gründer Wolfram Weimer.

Als Erfinder der Shape- CD war Koss selber schon in jungen Jahren ein erfolgreicher Unternehmer. Fürs Musikprogramm des Presseballs hatte er unter anderem das Salon Orchester Christoph Sanft gewonnen und für einen mitternächtlichen Auftritt, gewissermaßen als Soundtrack für die unvermeidliche 24-Uhr-Currywurst, die Band Boney M. mit Sängerin Liz Mitchell.



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