19.10.2017, 15°C
  • 21.03.2017
  • von Hannes Heine, Emilie Brummel, Hannes Soltau

Die Berliner Charité: Wir sind die Charité - acht Beschäftigte stellen sich vor

von Hannes Heine, Emilie Brummel, Hannes Soltau

Mitarbeiter der Charité, Europas größtem Universitätsklinikum. Foto: dapd/ Maja Hitij

Die Berliner Charité hat insgesamt 16.800 Mitarbeiter. Trotz eines Milliardenumsatzes ist das Geld immer knapp. So denken acht Charité-Beschäftigte.

DER KRANKENPFLEGER
„1848 war Rudolf Virchow auf den Barrikaden und wir sind stolz darauf das weiterzuführen und als Beschäftigte an der Politik mitzuwirken. Aus ihrer historischen Rolle und Verantwortung heraus soll die Charité da Vorreiter sein, wo es nötig ist. Berlin kann froh über die Einrichtung sein und sollte diese Entwicklung zulassen.“


DIE INTENSIVSCHWESTER
„Aufgrund der Größe und Geschichte wollte ich schon immer an der Charité arbeiten. Es ist viel Fortschritt von hier in die Welt gegangen, aber die Anerkennung für die Pflege fehlt weiterhin. Die Bundesrepublik und der Senat müssen erkennen, dass es finanzielle Aufwertung braucht. Gesundheit kostet nun mal Geld."


DIE REINIGUNGSKRAFT
„Ich bin froh bei einem so angesehenen Arbeitgeber wie der Charité zu sein. Aber viele Mitarbeiter werden gezwungen Überstunden zu machen. Das muss sich dringend ändern. Darum sind meine Kollegen und ich momentan im Warnstreik. Die Arbeitgeber müssen mit ihrer Hinhalte-Taktik gegenüber den Beschäftigten aufhören.“

DIE LOGISTIKERIN
„Ich arbeite eigentlich sehr gerne an der Charité. Aber damit das auch in Zukunft so bleibt, muss der Lohn stimmen. Der ist für die Arbeit, die ich leiste, zu niedrig. Auch die Arbeitsbedingungen stimmen oft nicht. Ein großer Anteil meiner Kollegen ist in erzwungenen Teilzeit-Arbeitsverhältnissen beschäftigt.“


"Wir sind stolz hier zu arbeiten"

DER KINDERARZT
„Klar sind wir stolz an der Charité zu arbeiten. Die Klinik hat zu Recht einen guten Ruf. Aber die hohe Qualität der Krankenbehandlung, Forschung und Lehre ist gefährdet. Und zwar durch den großen Personalmangel in der Charité. Es gibt immer mehr Patienten, wir brauchen also dringend auch mehr Fachkräfte.“


DIE OBERÄRZTIN
„Die Charité ist eine unheimlich stimulierende Umgebung. Für jedes Problem gibt es Experten, die weiterhelfen können. Die Klinik bietet vielfältige Möglichkeiten von Kooperationen und Vernetzungen. Wissenschaft und Praxis gehen an diesem Ort Hand in Hand. Das ist ein sehr fruchtbarer Boden für meine Arbeit. “

DER ARZNEIZULIEFERER
„Ich arbeite mit Stolz bei der Charité. Sie ist einer der wichtigsten Standorte für medizinisches Know-how in Deutschland. Was mir aber nicht gefällt, sind die Gehaltsunterschiede zwischen den Angestellten der Charité und denen der Tochterfirma CFM. Ich glaube daran, dass gleiche Arbeit auch gleichen Lohn verdient.“

DER PATIENT
„Ich hatte vor einigen Tagen eine schwere Herzoperation. Von den Ärzten in der Charité kann ich nur in den höchsten Tönen schwärmen. Vor allem die Kardiologie hat ein Top-Team. Ich wurde rund um die Uhr bestens umsorgt. Dass ich jetzt wieder hier draußen stehe, habe ich allein denen zu verdanken.“

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!